Erfahrungswerte

Posted by on 22. November 2009

Am Samstag war eigentlich der  Tag der langen Läufe aber ich kam irgendwie nicht auf  Touren. Aufgrund dessen gestaltete sich der Hausputz auch etwas langsamer als sonst. Danach bin ich auf der Couch eingeschlafen. Ich wollte mich eigentlich nur hinsetzen um mir meine Strecke zurecht zulegen.

Abends war ich voller Tatendrang , waren aber bei Freunden eingeladen. Unsere Freundin erzählte mir das man mit ihrem Laufband auch Berge laufen kann. Berge? So etwas muss ich doch gleich ausprobieren.  Also Schuhe aus und mal kurz die Berge hoch. Doch was wäre ich denn für ein Läufer wenn ich nicht mal ein wenig laufe. 😉  Ich hab ein wenig mit dem Tempoeinstellungen gespielt und bin knappe 1,5 km gelaufen.

Aufgrund des Tempos und dem Radau beim auftreten wurde ich automatisch zum Vorderfußläufer.  Nach dem Lauf hatte ich eine direkte Belastung im Bereich des Wadenbeins gemerkt.

Heute morgen hatte ich die Anspannung beim Auftreten gemerkt und meine Tat schon bereut. Ich dachte mir schon fast das man auf Socken nicht die richtige Dämpfung hat. Aber das Kind war stärker. Es wäre wohl besser heute nicht zu laufen aber das Wetter lud regelrecht dazu ein. Mir stand ja noch der lange Lauf bevor. Kurzentschlossen bin ich raus ohne zu wissen wohin es gehen soll.

Während des Laufs hab ich es nicht geschafft mir ein Ziel zu stecken, sondern ich redete viel zu sehr mit mir.

Sind da Schmerzen, oder eine leichte Überbeanspruchung, mag ich eine Verletzung riskieren, übertreibe ich, es ist ja irgendwie windig, wohin lauf ich den jetzt, ich lauf den Feldweg, ach ne da sind mir zu viele Hunde, lauf ich da lang, ach die Beine werden irgendwie schwer,daheim gibt es Kaffee,du wolltest doch mindestens acht Kilometer laufen, aber heute nicht, belaste dich nicht zu stark, so langsam läuft es, Betriebstemperatur erreicht, die Sonne scheint, irgendwie möchten die Beine gar nicht mehr so richtig hoch, du magst doch nicht mehr, doch das kurze Stück noch, ich könnte ja auch gehen, gehen? ,na gut, heim, Kaffee

Kurz vor unserer Haustür hab ich noch das Rennen gegen unsere Katze verloren. Kommt von hinten und zieht locker links vorbei.
Von ihr hätte ich mehr Taktgefühl erwartet aber Belohnung gab es trotzdem. 😉

Manchmal kommt man vor lauter Gedanken nicht zum laufen. Das ganze macht einen irgendwie unzufrieden mit gerade einmal vier Kilometern. Aber ich möchte mich ja nicht beklagen. Ich bin gelaufen…

In Zukunft werde ich auf jeden Fall nicht mehr mit Socken auf einem Laufband stehen und diese sich selbst erfüllenden Prophezeiungen mag ich auch nicht. Wenn ich mir Schmerzen einrede hab ich auch welche.

11 Responses to Erfahrungswerte

  1. Christian

    He Christian,

    es waren wahrscheinlich weniger die fehlenden Schuhe, als die ungewohnte Belastung bergauf zu laufen, das sollte erstmal wohl dosiert werden, sonst drohen übermäßige muskuläre Belastungen und es mündet dann meist in ein Tibialis-anterior-Syndrom (TA-Syndrom).
    Das mit den Gedanken kenn ich nur zu gut, aber gut, dass Du trotzdem ein paar Meter gelaufen bist, das reinigt 😉

    Salut

  2. Andy

    Diese Gedankengänge erinnern mich doch sehr an meine! 😉 Gerade heute wieder… Aber wenn man gegen die mal ankommt is es doch immer ein schönes Gefühl.

  3. An-Kas

    Hey, du sollst meine missglückten Läufe doch nicht als Vorbild sehen 😉
    Ich kann auch wunderbar mit mir selbst diskutieren…
    Aber auch hier würde ich sagen, „besser als nix“, also sind wir zufrieden und freuen uns auf den nächsten Lauf!
    LG, Anke

  4. Pienznaeschen

    Das ist einer der Gründe warum ich beim loslaufen bereits weiß wohin ich will … dann tut es mir richtig weh vom Plan abzuweichen und ich kann nicht Opfer meiner Gedanken werden. Aber hey Du warst unterwegs, also 🙂

    Wird es zu Hause jetzt eine Diskussion pro/contra Laufband geben oder sind die echten Berge und die Natur doch viel viel mächtiger?

  5. Sinusläufer

    @Christian
    Du hast wohl recht. Aktuell ist erstmal Pause angesagt. Ich merk es besonders beim Treppensteigen. Bei dem Wetter kommt mir die aber nicht ungelegen. 🙂
    Die Reinigung war mehr zuhause als im Kopf.

    @Andy
    Die Gedanken hat wohl jeder. Manchmal gewinnt man und manchmal quatscht man sich im Kopf zur Minna. Ich glaube an den nächsten.

    @Anke
    Oh,du schreibst deine Laufberichte zu intensiv. Wie sonst könnte so etwas passieren. 😉
    Das hast Du schön geschrieben. So machen wir es.

    @Pienznäschen
    Planen ist definitiv sinnvoller. Der nächste wird wieder geplant.
    Das Laufband ist kein Thema. Ich finde es als Abwechslung mal ganz witzig aber es gibt so viele Gründe die mich davon abhalten. Mal abgesehen von der Preis und Platzfrage ist es doch ein wenig am Thema vorbei. Der Lauf in der Natur der den Kopf frei macht läßt sich im Büroraum oder Keller nicht wiedergeben.
    Außerdem wäre ich nicht mehr wetterabhängig und kann den Lauf nach belieben verschieben.

    Das Laufband wäre ein ergänzendes Mittel aber dafür einfach zu teuer und zu platzfordernd. Der Berg ruft! 😉

  6. Chris

    Herzlichen Dank für diesen erfrischenden Bericht mit Seele und Herz. Ich mag solche Einblicke in die Gedankenwelt.

  7. Sinusläufer

    @Chris
    Man schreibt drüber weil es einen beschäftigt und findet raus das man damit nicht alleine steht. Das hilft aber lieber hätte ich dir meine Gedanken eines schönen Zehner’s berichtet. 😉

  8. Torsten

    Schön mal in deinem Kopf gewesen zu sein. Sag mal, denkst du immer soviel oder war das ne Ausnahme? Da hast du ja mehr Kalorien verbraucht beim denken als beim laufen. 😉

  9. Sinusläufer

    @Torsten
    Ich versuche eher den Lauf zu genießen als soviel zu denken.
    Aber danke für die Erklärung. Jetzt weiß ich auch warum ich so schlank bin. 😉

  10. Dauerlaufen

    Da kann ich nicht anders als den schönen Kalauer „Geht ab wie Schmitz Katze“ zu posten. Ansonsten wünsche ich viel Glück beim abschalten des Kopfes….

  11. Sinusläufer

    @Dauerlaufen
    Lach, ja der passt. Dankeschön, es läuft. 😉

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