Archive for Januar, 2010
Achim ist schuld
Es gibt genug Gründe nicht zu laufen aber ungleich weniger Gründe zu laufen. Nein, ich muß mir gerade widersprechen. Aber die Ausreden sind besser durchdacht.
Letzte Woche hab ich mich ein wenig überlistet und habe die Ausreden ignoriert….. die Laufgründe aber auch.So kam es das ich ich nach meinem Montagslauf erst letzten Sonntag wieder los bin.
Doch ich gehe nochmal zurück zum vorletzten Montag. Mein Ziel war: “Lauf so schnell wie Du kannst ohne anschließend gehen oder kotzen zu müssen!”

Das Ergebnis war eine Spitzengeschwindigkeit von 21 km/h und der anschließende Stop war unfreiwillig dank der roten Ampel.
Jetzt könnte ich dazu noch geistreiche Beweggründe anführen aber die hab ich nicht. Der Grund ist eigentlich der Beweggrund selbst und Spaß am Sport.
Den Spaß wollte ich am Samstag fortführen aber bei meiner Schiegermutter stand ein Schrank im 3. Stock der gerne in unser Schlafzimmer wollte.
Abgebaut war der Schrank schnell aber die insgesamt 1160 Treppenstufen halten auf und gehen in die Beine. Danach hatte ich quasi die Nase voll von Wadentraining. Durch den Muskelkater hab ich am Sonntag nur ein läuferisches Pflichtprogramm absolviert. Lust hatte ich keine aber der “Feind” kommt gefährlich nah.
Motivation kann so unterschiedlich sein aber ich muß sie mir suchen. Ich fange meine momentane Stimmung ein und passe den Lauf dementsprechend an. Das ganze ist zwar nicht effizient aber bringt mich dazu regelmäßig zu laufen.
Gestern hab ich auf Twitter die Aktion von Achim Achilles verfolgt. Es geht darum ein Bild einzusenden was mit Laufen und Winter zu tun hat. Leider hatte ich keine adäquaten Bilder zur Hand so das ich meine heutige Motivation aus der Aktion gezogen hab. Also Fotoapparat mitgenommen und los. Da der Akku bei den Temperaturen schnell den Geist aufgibt hatte ich noch Zeit mir Gedanken über weitere Ziele zu machen.
Was dabei rausgekommen ist seht ihr hier:

Ich gebe zu das es in der Endfassung nicht so schön geworden ist. Aber in GPS schreiben bin ich noch ein blutiger Anfänger.
Wer es nicht erkennt: E V A
Einige von euch werden es schon mitbekommen haben aber ich möchte es nochmal kurz erwähnen. Die Runningfreaks haben eine Aktion gestartet: Laufend etwas bewegen
Die Seite spricht für sich und macht jede weitere Erklärung von mir überflüssig.
Mein erster Marathon…
…dauerte zwei Jahre!
Rückblick:
Vor vier Jahren habe ich mich dazu entschlossen den Meister zu machen.
„Morgen Meister!“ brüllen einem die schrillgrünen Plakate der Handwerkskammer entgegen.

In etwa wie: „In 12 Wochen zum Marathoni!“ Den Glauben daß ich es so leicht haben würde hatte ich nie. Doch was mich tatsächlich erwartete darauf konnte ich nicht vorbereitet sein.
Da wären als erstes all die Dinge, die es für eine gute Vorbereitung braucht:
1.Eine geduldige Frau an der Seite (ohne die sonst nichts möglich gewesen wäre)
Des Weiteren ist diese ein Allheilmittel gegen:
Unsicherheit, Überempfindlichkeit, Unwohlsein, innere Anspannung und Überbelastung,
Angst, Nervosität, Gereiztheit, Aggressivität, Apathie, Hypochondrie, depressive Verstimmung, Niedergeschlagenheit, Resignation,Konzentrationsschwäche, Tagträumen,
Alpträume, eingeengte Wahrnehmung, Fixierung auf den Stressor, rigides Denken (Scheuklappeneffekt), Denkblockaden, Gedächtnisstörungen, Gedankenkreisen, Leistungsabfall, Fehlerzunahme
2. enormes Verständnis für anders denkende Mitarbeiter der Handwerkskammer
3. Unmengen an Süßigkeiten
4. eine kleine Papierfabrik
5….die zugleich auch Druckerpatronen herstellt
6. eine mittelständische Kaffeeplantage
7.eine Flatrate von Reemtsma
8. viel viel Zeit
Der Meistervorbereitungskurs besteht aus vier Teilen. Angefangen hab ich mit den theoretischen Teilen drei und vier weil diese zeitlich vor den anderen Teilen lagen. Die Theorie ging mir sehr gut bei und das die Freizeit erstmal etwas kürzer ausfiel nahm ich auch als gegeben hin. Dreimal die Woche von 17.15 Uhr bis 20.30 Uhr klang überschaubar.
Für die Teile 1 und 2 gab es zu dem Zeitpunkt noch keinen Termin. Ich hoffte nur das ich nach den Teilen 3 und 4 nahtlos an den Vorbereitungskurs 1 und 2 anknüpfen konnte um nicht zuviel Leerlauf zu haben.
Doch leider kam es anders. Der Kurstermin war leider etwas früher und ich steckte noch in der Prüfungsvorbereitung für den theoretischen Teil.
Also was sollte ich tun? Entweder die Kurse für 3 und 4 abschließen und mich auf die Prüfung vorbereiten und den nächsten Termin abwarten oder zusätzlich noch die anderen Kurse zu besuchen. Da aufgrund der geringen Teilnehmerzahl kein neuer Kurstermin feststand hab ich mich dazu entschlossen zweigleisig zu fahren um nicht zuviel Leerlauf zu haben.
Die Folge davon waren die Prüfungsvorbereitung und fünf bis sechs mal die Woche zum Unterricht zu gehen. Freizeit ade…
Aber ich wollte nicht das sich das ganze zu sehr streckt und ich länger als zwei Jahre für meinen Meister brauche.
Hier jetzt mal im folgenden die vier Teile des Meistervorbereitungskurses:
Teil 1 Fachpraktischer Teil
Meisterstück
Teil 2 Fachtheoretischer Teil
Gefahrenmeldetechnik
Messtechnik
Studiotechnik
Elektrotechnik
Radio-TV-Videotechnik
Hoch- Nieder- Impulsfrequenztechnik
technische Mathematik
Informatik
Fernmeldetechnik
Normen und Vorschriften
Teil 3 Wirtschaftlicher und Rechtlicher Teil
Buchführung
Wirtschaftliche Grundlagen bei der Betriebsführung
Finanzwirtschafliche Grundlagen
Betriebs- und Personalorganisation
EDV (Grundkurs)
Allgemeine Rechtskunde
Handwerks- und Handwerksorganisatinsrecht
Arbeitsrecht
Steuerrecht
Versicherungswesen
Teil 4 Berufs- und Arbeitspädagogischer Teil
Ausbildereignungsprüfung
(ADA-Schein)
Nachdem ich die Prüfungen der Teile drei und vier erfolgreich hinter mich gebracht habe konnte ich mich jetzt auf die anderen Teile konzentrieren.

Prüfung für den dritten Teil
Zum Glück wurde es jetzt wieder etwas ruhiger wobei die Freude auf Freizeit nur von kurzer Dauer war. Aufgrund der Tatsache das die Kurse nur Crash-Kurse waren mußte ich noch viel nebenbei lernen um mich auf die Prüfung vorzubereiten. Was dann nach eineinhalb Jahren der nebenberuflichen Fortbildung kam, war der Mann mit dem Hammer!
Einfach mal ein Wochenende lang nichts tun, Zeit für den Partner haben, etwas mit Freunden unternehmen oder einfach am gesellschaftlichen Leben teilhaben-all das durfte ich mir eigentlich nicht leisten. Zusätzlich zu dem eh schon vorhandenen Zeitmangel für das Nötigste stand bei uns auch noch ein Umzug an. Ich fing an zu überlegen ob dieser Titel es überhaupt wert wäre. Meister! Was heißt das überhaupt? Erreiche ich damit mein Ziel? Bekomme ich dadurch mehr Ansehen oder wird mir das wirklich berufliche Vorteile bringen?
In mir machte sich Unzufriedenheit breit und die Wertigkeit des Ziels verschwamm immer mehr. Hinzu kam das wir als Kursteilnehmer nicht zufrieden waren mit unseren Kursleitern. Das führte zu Problemen der besonderen Art und man bekommt deutlich gezeigt wie wichtig man genommen wird.
Dann war es so weit: das Meisterstück nahte. Ich stellte einen Antrag auf Genehmigung meiner Idee für das Meisterstück der mir dann auch mit wenigen Auflagen genehmigt wurde. Da der Tag mit lernen und arbeiten gefüllt war baute ich das Meisterstück in einer Zeit wo andere bereits im Bett lagen. Als dann der große Tag gekommen war, machte man mir in Sekunden klar daß mein Meisterstück nicht aufwendig genug wäre. Did Not Finish!!! Ich lag am Boden.
Natürlich wollte ich wissen warum mein Antrag überhaupt bewilligt wurde wenn es den Anforderungen des Prüfungsauschusses doch offenbar nicht entspricht? Aber das hatte ich so hinzunehmen und ich durfte die Prüfung wiederholen.
Jetzt war ich wirklich an dem Punkt angekommen wo ich zweifelte. Soll ich die Prüfung wirklich beenden? Es ist doch nur ein Meistertitel! Was soll mir das überhaupt bringen?
Natürlich hab ich die Prüfung wiederholt aber es war ungleich schwerer, sich nach einer solchen Niederlage wieder selbst zu motivieren und noch einen drauf zu setzen.
Ich bestand.
Doch nach Jubeln war mit nicht zu Mute. Geschafft! Fertig! Loslassen! Was hab ich denn jetzt genau geschafft? Erst heute wird mir allmählich klar ich bin
Deutscher Meister!
Siegerehrung
Vielen lieben Dank mein Schatz! Ich war in der Vorbereitung nicht immer leicht zu ertragen und in der Tapering-Phase ein Scheidungsgrund. Aber Du hast mich noch unterstützt und mich mit Energie versorgt.
Spenden für Haiti?
Gestern ist bei uns ein Balken im Haus verrutscht und die Statik droht einzubrechen. Wir haben erstmal einen Architekten angefordert der uns jetzt Lösungsvorschläge bieten soll. Das erste was er gemacht hat war den gefährdeten Balken abzustützen. Das ganze steht jetzt erstmal soweit sicher aber eine Dauerlösung ist das nicht.
Jetzt hat der Architekt gestern erstmal drei Baufirmen angerufen damit diese den Schaden beheben können. Das schlechte an der Sache war das er Hunderttausend Euro Vorabzahlung verlangt hat und wir jetzt die Mitarbeiter der Baufirma bei uns im Wohnzimmer sitzen haben obwohl nicht klar ist
welche Aufgaben erfüllt werden müssen. Außerdem ist die gesamte Bausubstanz sehr schlecht und man muss sich erst überlegen wie das Haus gerettet werden kann. Das unser Haus aber gerettet bzw. saniert werden muss steht außer Frage. Aufgrund unserer emotionalen Verbundenheit steht alles abzureißen nicht zur Diskussion.
Natürlich ist diese Geschichte bei uns nie passiert aber wenn sie passieren sollte dann wäre doch einiges falsch gelaufen. Die erste Abhilfe war notwendig und unabdingbar aber warum der Vorschuss?
Das Prinzip kenne ich aus dem Sandkasten. Okay, der Sand ist schon mal da. Was bauen wir daraus? Das ist aber in unserer Wirtschaft nicht durchführbar und macht auch ohne Plan keinen Sinn.
Doch das sich solche Geschichten zutragen können erleben wir momentan in den Medien und das rund um die Uhr.
Ich meine damit das vor kurzem stattgefundene Erdbeben in Haiti. Hier werden jetzt Unmengen von Geldern gesammelt aber wo dieses Geld wirklich landet oder wofür es eingesetzt wird weiß man nicht.
Das man Hilfe schickt um den Menschen zu helfen steht außer Frage. Das Gelder benötigt werden um Lebensmittel,Ärzte, und sonstige humanitäre Hilfe anbieten zu können ist ebenfalls ohne Zweifel notwendig und gut. (Erstmal den Balken stützen)
Aber wenn Spendengelder aufgerufen werden um sich a) als Wohltäter darzustellen oder b) daran mitzuverdienen dann platzt mir der Kragen.
Überall in den Medien wird aufgerufen. Spenden,spenden,spenden……. natürlich noch die Bilder mit den Opfern im Hintergrund.
Versteht mich nicht als schlechten Menschen! Hier geht es um eine schlimme Situation in der man helfen muss! Aber die Vergangenheit hat uns gezeigt das Gelder vom eigenen Land veruntreut wurden und große Firmen daran verdienten und es immer noch tun.
Was passiert denn nach der Erstversorgung?
Das Geld soll angelegt werden für eine gute wirtschaftliche Struktur, für Wohnungen, Lebensmittel, halt alles was man braucht damit sich das Land selbst versorgen kann ohne in Armut zu leben.
Die Probleme die dabei auftreten:
-Das Land gilt als das korrupteste Land auf dem Internationaler Korruptionsindex
(Drogenhandel, Gewalt, Raubüberfälle)
-In dem Land gab es nie eine Ordnung oder eine Struktur.
-Eine sehr schwache Wirtschaftslage
-instabile politische Lage
Somit ist es fast schon gegeben das sich jeder erstmal die Taschen voll machen will bevor das Geld da ankommt wo es nötig ist.
Die BRD hat gegenüber Haiti ein Erfüllungsverbot verhängt was besagt das nicht nur der Warenverkehr untersagt ist sondern auch die bereits geschlossenen Verträge von ihrer Gültigkeit befreit sind. So gut sieht es aus.
Ich möchte es nochmal schreiben !
Hier geht es nicht um feindliche Gesinnung oder Mißgunst oder sonst was! Spenden können helfen und auch wichtig sein aber man sollte sich sehr sehr gut überlegen wo man es macht! Denn wenn 20% meines Geldes schon für die Verwaltung draufgeht klingt das schon ein wenig hoch.
Hier mal ein paar Links:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,386284,00.html
http://www.focus.de/finanzen/news/tid-8326/missbrauch_aid_229435.html
http://www.sueddeutsche.de/panorama/868/500138/text/
Um diesen Menschen langfristig zu helfen bedarf es mehr als nur Geld.
2. Teil Widerstand gebrochen
Nach dem letzten Satz war es schon so gut wie entschieden. Hatte ich doch vor dem Blogpost überhaupt keine Ambitionen rauszugehen so hat sich die Einstellung während des schreibens gewandelt.
Ein weiterer Aspekt, nicht zu laufen, war natürlich der Blogbeitrag von Miss Monster. Natürlich ein gutes Argument um seinen Schweinehund zu füttern ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Doch Temperaturen an der 6 Grad Marke haben eine großflächige Schneeschmelze bewirkt. Den Vorteil hatte Evchen leider nicht.
Der Lauf war gedanklich sehr schön denn einmal auf der Strecke ist ein weiterer Sieg. Die Strecke selbst war passabel zumal ich meistens auf der Straße gelaufen bin und nurch durch vorbeifahrende Autos auf den Gehweg ausweichen mußte.was ich allerdings nicht erwartet hätte war die Sonne. Das sie sich noch mal kurz blicken läßt war ein Foto wert.

Na gut, zwei wert.

Ausgereizt hab ich es nicht aber für 5,11 km hat es gereicht.
Fenstergedanken
Tropf,tropf,tropf ich beobachte jetzt schon eine Weile das Gartenhäuschen des Nachbarn wo sich langsam der Schnee vom Dach löst. Eigentlich sollte das Wasser die Regenrinne hineinlaufen aber das Wasser entscheidet sich lieber den Holzbalken entlang hinabzugleiten.
Wenn ich den Focus etwas verschiebe sehe ich eine vom Sauwetter angegriffene Fensterscheibe die jetzt auch ihre Aufmerksamkeit fordert. Etwas links auf der Fensterbank steht ein Foto meiner kleinen Nichte. Aufgenommen am Strand von Spanien im schönsten Sonnenschein.
Hier drinnen wirkt es wärmer als draußen und es sieht nicht so aus als würde ich eine Einladung nach draußen ausschlagen. Das Wetter wird mich nicht einladen und das auch in naher Zukunft nicht. Soll ich mir tatsächlich eine Einladung erkämpfen. Wo der Mensch doch so gerne den Weg des geringsten Widerstandes geht?
Geschenke gab es gestern, wenn ich etwas möchte dann muß ich es mir einfordern. Wenn ich laufen mag dann brauche ich keine Einladung. Dann lade ich das Wetter ein mit MIR zu laufen.
Doch mag ich kämpfen?
Vielleicht steckt die Kraft dazu ja in diesem Blogpost.
Jetzt mach ich es mal wie Feuerpferdle und schreibe
-Fortsetzung folgt-
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