Rad fahren

Posted by on 3. November 2011

Ein kleiner Junge fuhr mit seinem Fahrrad. Die Stützräder halfen ihm dabei nicht umzufallen. Alles war gut so wie es war. Doch es sollte anders kommen…

„Mein Sohn, es wird Zeit das Fahrrad fahren zu erlernen.“

„Hü?“ „Ich kann doch fahren“,dachte der Junge.

Der fürsorgliche Vater verstand aber das Rad fahren mit Stützrädern nicht als radfahren und wollte seinem Sohn eben dieses beibringen. Also die Hilfsmittel kurzerhand abmontiert und den kleinen Mann auf das Rad gesetzt.

„So,jetzt fahr mal los! Ich halte dich fest.“ Etwas skeptisch stieg der Junge in die Pedale. Doch die anfänglichen Bedenken verflogen schnell denn ein Vater stellt sich schnell als guter Ersatz heraus. Vielleicht etwas hinderlich bei Richtungswechseln aber Vaterliebe ist nicht durch Plastik zu ersetzen. Doch genau diese Liebe wird in den folgenden Zeilen noch schwer angezweifelt werden.

„Fahr nur, ich hab Dich“,„Fahr nur, ich hab Dich“,„Fahr nur, ich hab Dich“,„Fahr nur, ich hab Dich“

Wieso wird die Stimme plötzlich so leise? Ein kurzer Schulterblick des Jungen und ein darauf folgende Fahrt in den Nachbarzaun  war die logische Konsequenz des Vertrauensmissbrauch. Wieso hat er nur losgelassen? Der Junge verstand die Welt nicht mehr. Erst nimmt man ihm seine Hilfsmittel die ihm bei seiner Vorbewegung halfen und dann wird er noch so hintergangen.

Tränen der Entäuschung unterstrichen die Situation. Doch der Vater war da. Er kam hinterher gelaufen um den Sohnemann in die Arme zu nehmen und schaffte es mit seiner Anwesenheit das Vertrauen wieder genauso zu festigen wie vor dem Vorfall.

Ich muß euch nicht erzählen das sich diese Situation unzählige mal wiederholte. Er hielt fest, lies los und der Junge knallte nach dem Schulterblick wieder in den Zaun. (Wer links schaut fährt rechts)

Nach vielen Tränen des Jungen und unglaublicher Geduld des Vaters führte aber doch alles zum Erfolg.

Papa ich kann’s noch!

 

8 Responses to Rad fahren

  1. Supermario72

    …. jetzt mußt Du nur noch dazuschreiben, dass DU der kleine Junge warst …. 😉

    Grüße aus Köln!
    Mario

  2. An-Kas

    Ich glaube, diese traumatische Erfahrung, darauf zu vertrauen, dass einen der Papa festhält, der aber irgendwann loslässt,
    – die macht jeder, oder?
    Also könnte man sie auch umschreiben und ein kleines Mädchen die Hauptrolle spielen lassen… 🙂
    Waren das jetzt deine Gedanken, im nächsten Jahr mehr Rad zu fahren, oder wie bist du auf diese spannende Geschichte gekommen? 🙂

    • Sinusläufer

      Stimmt, solch eine Erfahrung gehört wohl zu einer guten Kindheit dazu. 😀 Der Gedanke kam mir als ich Stützräder gesehen habe. Eine fast vergessene Erinnerung kam dann wieder hoch. Es sind so viele Kleinigkeiten wie Schuhe binden, Schwimmen lernen… all das ist heute eine Selbstverständlichkeit.

  3. Blumenmond

    Mir konnte das nicht passieren, ich hatte keine Stützräder und hab mir das Radfahren zusammen mit meiner Cousine beigebracht. 🙂 Eine traumatische Erfahrung weniger.

  4. -timekiller-

    Willst Du mit der kleinen Geschichte andeuten, dass Du jetzt für die Tour de France trainierst, oder bist du bloß wieder beim Nachbarn in den Zaun gebrettert?

    Grüße -timekiller-

  5. Pienznaeschen

    Frag mal meinen Vater 😉

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